Die Guardas Bocaminas sind Frauen die direkt neben den Minen wohnen und die Minen 24 h bewachen müssen. Dazu gehört auch die Aufsicht der teilweise sehr teuren Geräte die zur Minenarbeit benötigt werden.

In der letzten Zeit häufen sich die Diebstähle in den Häusern der Guardas. Für die Frauen sind die Konsequenzen eines Diebstahls fatal. Oftmals müssen sie den Schaden von ihrem Gehalt (zwischen 300 und 400 Bolivianos ~30 -40€ im Monat) bezahlen. Das Geld reicht schon so nie aus um eine Familie zu ernähren. man stelle sich nun vor, dass davon dann noch etwas abgezogen wird! Es bleibt kaum Geld zum existieren. Die Präsidenten der Cooperativas sind dabei ziemlich skrupellos und zeigen kaum Herz für die Situation dieser Frauen.
Vor ca. 3 Wochen gab es einen Zeitungsartikel über die Lebenssituation der Guardas und dass diese schamlos ausgebeutet werden. Daraufhin hieß es, dass dies alles gar nicht wahr sei usw.

Daraufhin fuhren wir eben mit einigen Journalisten und einer Vertreterin der Derechos Humanos einige Häuser der Guardas besuchen, um aufzuzeigen, dass alles der Wahrheit entspricht und akuter Handlungsbedarf besteht.

Für unser eins ist es teilweise nicht vorstellbar wie diese Familien leben. In kleinen Häuschen, die oft nicht größer, als 5,6 Quadratmeter sind, leben oftmals 5,6,7 köpfige Familien. Manche haben nicht einmal Betten und schlafen auf Tierfellen am Boden!!! man stelle sich nun vor, dass sich das ganze auf ca. 4500m Höhe abspielt, weiters pfeifender Wind und teilweise eiskalte Temperaturen. Keine Kleidung um sich mehr anzuziehen, von Socken gar keine Rede.
In vielen der kleinen Häuschen, gibt es weder Strom noch Wasser. Wenn man Glück hat, gibt es in der Nähe eine Wasserstelle. Hat man Pech, muß man bis zu einer Stunde gehen um an Wasser zu kommen, sich und seine Wäsche zu waschen usw.
Um Nahrungsmittel auf den Berg zu bekommen, gehen die Frauen teilweise 1,5h zu Fuß um in die Stadt zu gelangen und müssen dann ein Taxi für 50 Bol. bezahlen um mit den schweren Einkäufen wieder zurück kommen. (man rechne sich bei einem Gehalt von 300 Bol. aus) wieviel dann noch übrig bleibt.


Das Wasser aus den Wasserlöchern ist zumeist verseucht vond en Mineralien. In ein und demselben Wasserloch wird das Mineral gewaschen, die Wäsche gewaschen und daraus getrunken. Das sich die gesundheitlichen Beschwerden der Familien häufen braucht man wohl niemanden zu erklären.
Im Moment sind die Mineralienpreise schwer im Sinken und viele der Cooperativas meinen deswegen, den Guardas ihren Gehalt nicht zahlen zu müssen. Das bringt die Frauen in eine brikäre Situation. Mit welchem Geld Essen kaufen, die Kinder in die Schule schicken usw? Musol ist im Moment dabei die Rechte dieser Frauen vehement einzufordern und ihnen zu ihrem Gehalt (der unter dem Mindestlohn liegt = 573 Bol. im Moant) zu verhelfen und auch ihre anderen Rechte zu verteidigen.
Manchesmal besitzen die Frauen auch noch einen Ehemann und sie werden noch zusätzlich Opfer häuslicher Gewalt.Auch hier versucht Musol durch Rechtsbeistand den Frauen unter die Arme zu greifen.
Zusätzlich wird den Frauen noch die Möglichkeit gegeben mit einer Professorin (von der Regierung zur Verfügung gestellt), verschiedene Handwerkstechniken zu erlernen. Die produzierten Werkstücke, werden dann in einer Austellung verkauft werden. 
Wir haben auch einige Männer in unserer Gruppe; da in anderen Minengebieten die Guardas eigentlich männlich sind. Das Phänomen der weiblichen "Guardas" existiert nur am Cerro Rico in Potosí. Es hat den subjektiven Anschein, dass der Fakt, dass hier zumeist Frauen die Minen bewachen, einer Ausbeutung noch weniger Grenzen gesetzt sind. Leider fehlt es den Frauen oftmals an Selbstbewußtsein um sich dagegen zu wehren. Die Frauen kommen oft direkt vom Land, in der Hoffnung ein besseres Leben zu finden. Wo sie enden ist oft schlimmer als zuvor. Manchmal sprechen sie kein Spanisch und nur Quechua (die Sprache der Inkas), haben noch nie mehr als ihr Dorf gesehen und kommen in die mehr als harte Welt der Mineros. Schnell werden sie zu Opfern dieses System.
Dank unserer engagierten Präsidentin der Guardas Dona Lucia, formiert sich jedoch gerade eine beständige Gruppe, die man konstant in ihren Belangen und Nöten unterstützten kann.
Hoffen wir darauf, dass unser Tun Erfolg bringt und den Frauen mehr Gerechtigkeit widerfahren wird.
In diesem Sinne bis zum nächsten Mal und hört nicht auf diese Seite zu besuchen! Se vayan bien. hasta luego y muchos saludos de Potosí
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