INTERSOL ( www.intersol.at ) wurde 1992 in Salzburg gegründet. Aus einem weltoffenen christlich-humanistischen Selbstverständnis engagiert sich der Verein für eine pluralistisch und demokratisch verfasste EINE WELT. Er ist ein konfessions- und parteipolitisch unabhängiger gemeinnütziger Verein.
Arbeitsschwerpunkte von Intersol |
Informations- und Bildungsarbeit; Öffentlichkeitsarbeit Kooperationen mit Südpartnern (Bewegungen, Organisationen, Institutionen) und Nord-Partnern (Initiativgruppen, Organisationen; Institutionen) Medienarbeit und Publikationen : Vertretung der Anliegen jener wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Randgruppen und „Überflüssigen“ (F. Hinkelammert), die keine Stimme haben und ohn-mächtig sind. Lobbying für Partner, Entrechtete und
"Überflüssige" (F. Hinkelammert), Globalisierungsverlierer,
Menschenrechtsorganisationen Beratung für Einzelpersonen, Gruppen, Organisationen und Institutionen im Norden und Süden Bereitstellung spezifischer Informationen;
Materialien und Behelfe (aus eigener Bibliothek und Materialstelle) |
Intersol ist der Hauptfinazierer von Musol (solidaridad para la mujer)in Bolivien. Finanzbedarf für Solidarität und Kooperation . Intersol wird bisher finanziell durch Einzelpersonen, Solidaritäts- und EineWelt-Gruppen, kath. und evangelische Frauengruppen; Land Salzburg unterstützt. Um den Gesamtkomplex der Solidarität mit MUSOL und den Frauengruppen, Kindern, Jugendlichen und Hilfsarbeiterfamilien fortsetzen und weiter ausbauen zu können, sind ca. € 40.000,--/Jahr notwendig. Diese Budget wird "partizipativ" mit MUSOL und den Gruppen erstellt - und entspricht mehr der Solidarität und der Kooperation als einer simplen Projektfinanzierung.
Musol ( http://musol.blogr.com ) ist eine kleine Organisation, angesiedelt in der höchstgelegen Großstadt der Welt Potosí (ca. 4100m). Potosí, einst die reichste Stadt der Welt, gehört nun zu den ärmsten. Potosí liegt am Fuße des Cerro Ricos (=“Reicher Berg“), der Symbol unsagbaren Reichtums ist und gleichzeitig des Todes von 7 Millionen Menschen. Der Minenbau gehört zu den Haupteinnahmequellen der Bevölkerung. Abgebaut werden heute Erze des Blei – und Silberkomplexes sowie Zink, Zinn und Antimon. Alles wichtige Rohstoffe für den Weltmarkt. Was jedoch vielen nicht bekannt ist, ist das der Minenabbau unter teils unmenschlichen Bedingungen passiert. Kinderarbeit ist keine Seltenheit, Touristen welche die Minen besichtigen sind besser ausgerüstet als die Arbeiter selbst, die Lebenserwartung liegt bei 35 Jahren, Haupttodesursache Silicosis (Staublunge) und Arbeitsunfälle. Jedes Monat verwitwen ca. 14 Frauen. Von Sozialversicherung, Witwenrente und regelmäßiger Bezahlung kann die Mehrheit nur träumen. Der Großteil lebt von ca. 500 Bolivianos (umgerechnet rund 50 Euro im Monat). Damit muß oft eine große Familie ernährt werden. Es reicht kaum zur Stillung der Grundbedürfnisse. Die Opfer sind wiedereinmal die schwächsten Glieder in der Kette – Frauen und Kinder. Die Frauen des Cerro Ricos werden schamlos ausgebeutet, die Kinder oftmals auf sich alleine gestellt, schwer vernachlässigt und oftmals auch selbst arbeitend. Musol arbeitet daher mit 3 unterschiedlichen Gruppen:
1. Witwen von Minenarbeitern und Ehefrauen dieser (jüngste Witwe bei Musol ist 23 Jahre alt) – die Mehrheit der Witwen stehen nachdem Tod ihres Mannes vor dem Nichts. 6 Kinder oder mehr sind oft keine Seltenheit, keine finanzielle Absicherung und keine Bleibe, keine Arbeit. All dies stellt die Frauen oft vor fast unlösbare Aufgaben. Die Familien leben oft auf wenigen Quadratmetern in unvorstellbaren Bedingungen. 3-4 Personen in einem Bett sind keine Seltenheit. Eine Dusche besitzt niemand und auch ein Klo ist nicht selbstverständlich.

Musol unterstützt diese Frauen mit Rechtsberatung, Alphabetisierung, Ausbildung, Notstandshilfe, Hilfe bei medizinischen Notfällen, seit neuestem auch psycholog. Unterstützung und einem Kinderhort für die Kinder der Witwen. (Nuevas Luces: www.myspace.com/nuevasluces ) Außerdem Stipendien für die Jugendlichen und jungen Erwachsen um ihnen die Möglichkeit zu bieten, die Schule abzuschließen und studieren zu können.
2. Guardas Bocaminas – Frauen die die Minen 24h bewachen müssen und unter den unmenschlichsten Bedingungen leben. Die Geräte der Minenarbeiter (Mineros) werden bei de Mine gelagert. Auf diese und die Mine muß eine Guarda 24h aufpassen. Werden Geräte gestohlen müssen die Frauen mit ihrem eigenen Gehalt (rund 400 Bolivianos im Monat – Mindestlohn in Bolivien ist derzeit 576 Bol.!) aufkommen. Fazit ihnen bleibt nichts zum Überleben. Mit sinkenden Mineralpreisen erhalten sie oftmals nicht einmal diesen geringen Lohn. Ihre Häuschen sind meist ohen Wasser- und Stromversorgung. Manchmal müssen sie bis zu einer Stunde gehen um zu Wasser zu gelangen. Dieser Wasser ist aber dann durch die Minenarbeit schwer kontaminiert und verursacht viele Erkrankungen. Die Häuschen sind oft zu klein für Betten und man sie schlafen auf Tierfellen am Boden. Die Minen befinden sich noch höher als die Stadt (zw. 4300m – ca. 4600m) und man kann sich wohl vorstellen, wie kalt es in der Nacht werden kann.
Musol unterstützt die Frauen mit Rechtberatung und der Durchsetzung ihrer Rechte (Ziel Kollektivvertrag), Alphabetisierung und Schulungen, Öffentlichkeitsarbeit und Publikmachung der Fakten, welche gerne negiert werden, Kinderhort bei einer Mine (Caracoles), Notstandshilfe, Stipendien, psycholog. Unterstützung und Hilfe bei medizinischen Notfällen.
3. Palliris – Steineklopferinnen, seit mehr als 10 Jahren arbeitet Intersol mit den Palliris des Cerro Ricos zusammen. Die Frauen verrichten schwere körperliche Arbeit um aus den Steinen die Reste der Mineralien zu gewinnen.
Die Jahrelange Zusammenarbeit konnte in den letzten Jahren viele kleine und große Erfolge verbuchen. Mitterlweile verfügen die Palliris über eine eigene Ingenio (Steinverarbeitungsanlage) die ihnen ein kleines Einkommen garantiert. Trotz allem sind diese Frauen noch immer mit vielen Problemen konfrontiert – fallende Mineralienpreise, Großkonzerne die ihnen die Abraumhalten streitig machen usw. Intersol/Musol hat diese Gruppe in den letzten Jahren unheimlich unterstützt, aber auch weiterhin benötigen sie Unterstützung. Rechtsberatung, Ausbildung, Notstandshilfe, stipendien für ihre Kinder und Unterstützung in medizinischen Notfällen uvm. gehört zum Programm.
Durch das schlechte Gesundheits – und Sozialsystem in Bolivien ist vorallem eine große Notwendigkeit der Unterstützung in der Gesundheitsvorsorge notwendig. Viele der Frauen waren noch nie beim Arzt – versuchen sich mit Kräutern selbst zu heilen, wobei kaum Zeit zum krank sein bleibt, denn: geht man nicht arbeiten, bekommt man kein Geld, hat man kann Geld kann man nichts zu Essen kaufen usw. Durch die starke Kontamination, unmenschlichen Lebensbedingungen, mangelnde Ernährung, die Geburt vieler Kinder uvm., sind jedoch Erkrankungen sehr häufig – Gebärmutter – und Brustkrebs, Nierenerkrankungen, schon bei Kindern Tumore, massive Augenprobleme (durch Staub erhöhte UV-Strahlung und schlechte Lichtverhältnisse in den Häusern), leichte Erkältungen können aufgrund der Höhe, mangelnder Behandlung, schlechter Ernährung usw. zu gravierenden Folgen führen usw. Intersol würde gerne in Zusammenarbeit mit Musol den Frauen eine jährliche Gesundenuntersuchung ermöglichen und die medizinische Hilfe für die Frauen und ihre Kinder ausbauen. Um dies zu ermöglichen benötigt Intersol/Musol jedoch finanzielle Unterstützung. Kaum eine der Frauen verfügt über eine Krankenversicherung und so kostet jede medizinische Leistung Geld. Musol betreut im Moment ca. 250 – 300 Frauen mit ihren Kindern. Welche Notwendigkeiten dadurch entstehen kann sich wohl jeder vorstellen. Den Frauen und Kindern würde, durch eure Unterstützung, die Möglichkeit einer rudimentären medizinischen Versorgung gegeben, welche für unsereins als selbstverständlich betrachtet wird